Whampoa Park Connector
In Singapur wurde der Vorschlag, ein Parkverbindungsnetz zu bilden, am 4. Dezember 1991 vom „Garden City Action Committee“ genehmigt. Zu dieser Zeit blühte die Stadt auf und benötigte Raum für alle Bereiche, wie beispielsweise Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete, aber auch für Flughäfen, Kraftwerke und militärische Ausbildungsgebiete. Trotz solch konkurrierender Landnutzungsanforderungen wurden in der Planung ca. 360 km für Grünstraßen reserviert, die mithilfe der Stadtentwicklungsprogramme in den nächsten 20-30 Jahren gebaut werden sollten. Dieses Programm versprach dem Masterplan für die Entwicklung Singapurs weitere 290 ha offenes Grün, womit man dem Ziel von 0,8 ha Parkland pro 1000 Personen einen Schritt näher kam.

Das Park Connector Network (PCN) ist heute ein inselweites Netzwerk von linearen Parks, die wichtige Grünflächen und Reiseziele aber insbesondere auch Wohnstandorte verbinden. Die Entwicklung dieser grünen Verbindungskorridore in Singapur beinhaltete eine strategische Planung, um die Vorgaben der Landnutzung zu erfüllen und um die damit verbundenen multifunktionalen Aspekte anzugehen. Das National Parks Board erstellte hierfür einen „Parks Masterplan“, in welchem der „Green and Blue Plan“ der Urban Redevelopment Authory und der neuere „Parks and Waterbodies Plan“ in Einklang gebracht wurde, und die Entwicklung der Parks in Singapur von nun an leitete.
Das Park Connector Netzwerk basiert auf dem Ring- Konzept- Planungsrahmen aus dem Jahre 1963. Das Einzugsgebiet im Zentrum der Insel ist durch 11 große Wasserläufe und ihre Nebenflüsse mit den Küstenrändern der Insel Singapur verbunden und die Wasserkanäle führen durch große Freiflächen, wodurch sich die Integration der Grünstraßen entlang ihrer Entwässerungspuffer anbietet.
Das PCN optimiert so die Nutzung von nicht ausgelastetem Land wie beispielsweise Entwässerungsreserven, Ufer- sowie Straßenreservaten und verfolgt hierbei einen integrierten Ansatz von „Grün, Naturschutz, Bildung und Erholung“ wodurch es Fußgängern und Radfahrern möglich ist, ein hoch bebautes Gebiet von Singapur auf grünen Korridoren zu durchqueren und dennoch vom motorisierten Verkehr abgeschirmt zu sein. Ein weiteres Ziel der Urban Greenway-Initiative in Singapur ist die Verbesserung der biologischen Vielfalt in der Umwelt, zu der die Bereitstellung von Naturkorridoren ebenfalls beitragen soll. Durch die Flora entlang der Wege können Vögel und andere Tiere nisten von Park zu Park gelangen.
Die Verbindungskorridore umfassen einfache Asphaltwege, die von dichter regionaler Bepflanzung gesäumt sind. Immer wieder münden sie in kleine Grünflächen und Naturwege die mit ihren Parkbänken, Trainingsgeräten und Spielmöglichkeiten für Kinder zum Verweilen einladen. In Singapurs heißem und feuchtem Klima ist Schatten unerlässlich und diese Grünanlagen tragen zu einem schützenden Blätterdach für Mensch und Tier bei. Straßen können über Brücken oder Unterführungen überquert werden, was große Sicherheit gewährleistet. Die Beamten der Nationalparks arbeiten gemeinsam mit Gemeindeleitern daran, jeden neuen Abschnitt des Park Connectors zu popularisieren und die Bewohner in das neue Konzept des öffentlichen Raums einzuführen um ein Gefühl des öffentlichen Eigentums am PCN vermitteln.

Der Whampoa Park Connector ist ein Teil des Park Connectors Network in Singapur. Es handelt sich dabei um einen Weg, der ausgehend vom Toa Payoh Town Park andere Grünflächen verbindet und ungefähr 4,5 km lang ist. Geplant und gebaut wurde er im Jahr 2002 von der National Parks Board, mit dem Ziel, grüne und zugängliche Räume für die Gemeinschaft zu schaffen. Dieser Verbindungsweg soll wie die anderen Pflanzen, Tiere und Menschen zusammenbringen. Bis 2030 wird das Park Connector Network weiter ausgebaut werden, sodass jeder Haushalt nur 10 Gehminuten von einem Park entfernt sein wird.